Gentrifizierung in Berlin
Gentrifizierung – was ist das?
Gentrifizierung ist ein Begriff aus der Stadtplanung und aus der Stadtsoziologie. Der Begriff beschreibt die Veränderung eines Stadtviertels oder eines Ortsteils, von einem preisgünstigen und von sozial schwächeren Gruppen bewohnten Viertel zu einem In-Stadtteil, der renoviert und restauriert wird und wo dann aufgrund der Preissteigerungen finanzkräftigere Bevölkerungsschichten einziehen.
In großen Städten kommt es hin und wieder zu einer solchen Entwicklung, wenn Investoren in einem Stadtviertel vermehrt Grundstücke und Gebäude erwerben und diese dann renoviert oder restauriert zu deutlich höheren Preisen weiterverkaufen. So können Investoren gezielt eine solche Entwicklung herbeiführen. In machen Fällen sind auch soziale Entwicklungen Grund für eine Gentrifizierung. Ein Viertel kann zum Beispiel auch von einer gewissen Undergroundszene oder Künstlerszene als Szeneviertel entdeckt werden und aus diesem Grund entwickeln sich eine gewisse Aufwertung und dementsprechend die Immobilienpreise. Somit hat sich auch das Wohnen in Berlin in den letzten Jahren stark verändert.
Gentrifizierung in Berlin
In Berlin haben sich in Kreuzberg, Friedrichshain und im Prenzlauer Berg nach dem Mauerfall Gentrifizierungsprozesse vollzogen. Kreuzberg wurde nach der Wende schnell zu einem Szeneviertel und war bei Alternativen, Studenten und Künstlern beliebt. Wegen der günstigen Immobilienpreise zogen viele Einwanderer nach Kreuzberg. Etwa ein Drittel der Bewohner sind heute Migranten, wobei die meisten davon türkischstämmig sind. Heute ändert sich die Bevölkerungsstruktur stetig, weil die schönen alten Gebäude mit ihrer auffälligen Hinterhofstruktur aufgekauft und renoviert werden und zu hohen Preisen verkauft oder vermietet werden.
Der Prenzlauer Berg war schon zu Zeiten der DDR eine Art Szeneviertel, wo sich vermehrt Studenten und Schriftsteller niederließen und wo es ein reges Angebot an Kneipen und Nachtleben gab. Nach der Wiedervereinigung wurde das Gebiet, das über einen großen Bestand an historischer Bausubstanz verfügt, von der Stadtverwaltung als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Die Stadt hatte sich zwar zum Ziel gesetzt, trotz der Sanierung die angestammte Bevölkerung nicht aus dem Viertel zu vertreiben, aber dieses Ziel konnte nicht erreicht werden. Der Stadtteil war schnell einem Gentrifizierungsprozess unterzogen und die Immobilienpreise schnellten in die Höhe. Der Prozess ging langsam und schleichend von Statten. Fälle, in denen Bewohner aus ihren Wohnungen regelrecht vertrieben wurden, wurden sehr selten bekannt. Der Markt begünstigte langsam die Veränderungen und viele zogen weg oder verkauften aufgrund der Tatsache, dass sie ein gutes Geschäft machen konnten.
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